Die erste Frau im Vorstand >

Abschied mit Standing Ovations

Jahreshautversammlung der Avenwedder Wehr / Löschzugführer Winfried Kroll übergibt nach 26 Jahren an Dennis Kiunke


Emotionen: Zum Abschied umarmte der neue Avenwedder Löschzugführer Dennis Kiunke seinen Vorgänger Winfried Kroll (v.l.) herzlich. Der Dank der Blauröcke galt auch Krolls Frau Kerstin (3.v.l.), die ihm in der Zeit den Rücken für das Ehrenamt freigehalten hat. Foto: Henrik Martinschledde

Wenn einer nach 26 Jahren an der Spitze einer eingeschworenen bzw. eingespielten Gemeinschaft und insgesamt 43 Jahren in einem Ehrenamt seinen Posten räumt, muss das größte Abschiedsgeschenk schon mal mit der Sackkarre in den Saal gerollt werden. Die Erfahrung machte Winfried Kroll am 1. Februar im Avenwedder Feuerwehr-Gerätehaus. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung übergab der 60-jährige Konditormeister das Amt des Löschzugführers nach eben jener langen Zeit an seinen bisherigen Stellvertreter Dennis Kiunke (37). Der ist auch hauptberuflich Brandbekämpfer und zwar in der Gütersloher Wache.

Kaum war das geschehen und mit der offiziellen Ernennung Kiunkes durch Stadtbrandmeister Joachim Koch besiegelt, rollte die besagte Sackkarre. Sie transportierte eine fast mannshohe Feuertonne mit dem eingebrannten Logo des Löschzuges. Die war das größte, aber auch eines von vielen Geschenken, mit denen viele Menschen „Danke“ sagen wollten für das große Engagement, das Kroll als Feuerwehrmann und Löschzugführer an den Tag gelegt hat (wir berichteten im Vorfeld). Daher platzte der Saal in Gerätehaus auch aus allen Nähten. Neben einer großen Abordnung aus Politik und Verwaltung mit Bürgermeister Henning Schulz und der Beigeordneten Christine Lang waren auch viele Mitstreiter aus den Gütersloher Wehren mit ihren Sprechern Volker Müller und Björn Zippert sowie Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper gekommen, um den bisherigen Avenwedder Chef gebührend und mit „Standing Ovations“ in die Ehrenabteilung zu verabschieden.

Der blickte in seiner Abschiedsrede zurück. „Ich bin stolz, auf das, was wir erreicht haben. Wir haben zwar nicht alles erreicht, aber wir haben immer gemeinsam einen Weg gefunden“, schätzt Kroll vor allem die große Kameradschaft und Zusammenarbeit im Löschzug: „Das ist das, was unseren Löschzug ausmacht.“

Davon profitieren natürlich vor allem die Bürger im Ort. Bevor Kroll als letzte Amtshandlungen Beförderungen und Jubilarehrungen vornahm, bilanzierte der stellvertretende Schriftführer Klaus Hunke das Jahr 2018. Durch zwei Unwetter im Januar (Tief („Friederike“) und Mai stieg die Einsatzzahl für die aktuell 48 Aktiven im Vergleich zu 2017 deutlich von 114 auf 156. Damit kam die ehrenamtliche Wehr fast jeden zweiten Tag auf einen Einsatz. Auch beim ureigenen Metier, den Bränden, kletterte die Zahl von 26 auf 40. Für den Spielmannszug präsentierte dessen Leiter in seinem kurzen Jahresbericht unter anderem 23 Auftritte und ein umfangreiches Probenprogramm.

Der Wechsel stand schon lange fest: Zwar war Kiunke erst an dem Abend offiziell von Koch ernannt worden, gewählt hatten ihn die Avenwedder Blauröcke aber schon im Frühjahr vergangenen Jahres. Dabei bestätigten sie den anderen Stellvertretenden Löschzugführer Mike Buchholz im Amt und bestimmten Mark Sander zum Nachfolger des neuen Chefs.

Besagte Feuertonne war übrigens ein Präsent der Avenwedder Blauröcke. Die hatten sich aber noch einiges mehr einfallen lassen. Krönung des ganzen war ein recht aufwändiges und humorvolles Video, an dem sich alle im Löschzug von den Aktiven über den Spielmannszug und die Ehrenabteilung bis hin zum Förderverein beteiligt hatten. Die Schlussszene zeigt aus der Vogelperspektive ein großes „Danke“ mit Lettern aus Feuerwehrschläuchen auf dem Rasen. (hm)


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