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Disneys Evergreens in der „Alten Ziegelei“

Spannende Turn-Schau des TuS Friedrichsdorf am dritten Advent


Happy Birthday Mickey Mouse: Die kleinen Turnerinnen des TuS Friedrichsdorf hatten sich den Geburtstag des ebenso kleinen Mäuserichs als Motto für ihr diesjähriges Schau-Turnen ausgesucht und das kam an. Foto: Henrik Martinschledde

Der 18. November 1928 ist ein denkwürdiges Datum: An dem Tag wurde er Film „Steamboat Willie“ im New Yorker Colony Theatre uraufgeführt. Zugegeben, der Zeichentrick-Streifen sagt heute kaum jemandem etwas, aber der Protagonist, der da seinen ersten großen Auftritt feierte, ist weltbekannt: Mickey Mouse. Runde 90 Lenze ist das jetzt her und so 6.000 bis 7.000 Kilometer weiter östlich machten die Mädels des TuS Friedrichsdorf den runden Geburtstag des kleinen Mäuserichs am Sonntag zum Motto ihres diesjährigen Schauturnens.

In der Sporthalle „Alte Ziegelei“ nahmen sie die über 200 Zuschauer „mit auf eine Führung durch die Disney-Studios“, wie Moderatorin Katja Landherr das kunterbunte Programm des Nachmittags vorstellte.

Dabei hatte sie nicht zu viel versprochen, denn die großen und kleinen Turnerinnen hatten sich jede Menge einfallen lassen, um nicht nur die legendäre Maus unter Hallendach lebendig werden zu lassen. „Mary Poppins“, „Die Eiskönigin“ und „Der König der Löwen“ lieferten genauso Stoff für die mitreißenden Choreographien wie das „Dschungelbuch“, „Tarzan“ und „Aladdin“. Da tanzten kleine Affen durch die Halle oder es wurde „mal mit Gemütlichkeit“ versucht. In luftiger Höhe zeigten Inga Biermann und Lara Landherr an den Ringen, wie sich das Reisen auf fliegenden Teppichen anfühlen muss. Die Mischung aus Turnkunst und Ausflug in die Disney-Welt kam auf jeden Fall beim Publikum an, was nicht nur der tosende Abschluss-Applaus bewies.

Da I-Tüpfelchen auf die 2018-Show setzte Paula Gebauer. Die ehemalige Abteilungsleiterin und „Mutter der Nation“ des TuS, mittlerweile 83 Lenze jung, hatte alle Kostüme per Hand genäht.

Zum Abschluss gab es quasi eine Unplugged-Zugabe. An Schwebebalken, Boden und Stufenbarren zeigten die TuS-Teams Übungen aus ihrem Wettkampf-Programm in der Bezirksliga und ließen so manchen Zuschauer staunen.

Auf Rosen gebettet ist die Abteilung derzeit allerdings nicht. „Wir setzten auf die Zukunftsdividende“, sagt Trainerin Christina Schröder. Zusammen mit ihren drei Helferinnen Franziska Tweer, Julia Laske und ihrer Tochter Katharina betreuen sie 60 Mädchen, davon 40 in der Altersklasse vier bis sechs Jahre. Daraus soll auf lange Sicht der Nachwuchs für die Wettkampfteams erwachsen. In diesem Jahr beendeten die ersten beiden TuS-Mannschaften die Saison in der Bezirksliga auf dem fünften (TuS I) und sechsten (TuS II) Platz, dem vorletzten und dem letzten. „Zum Auftakt hatten wir für die erste Mannschaft sieben Turnerinnen. Durch Vereinswechsel und Aufhören waren es am Ende vier. Beim letzten Wettkampf war eine krank. Da waren es nur noch drei“, umreißt Schröder das Problem. Die aktuellen Aushängeschilder des TuS, Lara Landherr und Inga Biermann sind gerade mal 13 Jahre alt. Ambitionierte Talente, wie die ehemalige Friedrichsdorferin Carmen Johannhardt zog es schon vor längerem wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten und der höheren Ligen zum Kreis-Primus, der KTV Alt-Ravensberg, einem Zusammenschluss der TSG Rheda und der Spvg. Steinhagen.

Dafür erreichten die Jüngsten in der AK7 zuletzt Platz zwei in der Bezirksliga. „Darauf können wir aufbauen“, blickt Schröder halbwegs rosig in die Zukunft.

Der Knackpunkt für die Friedrichsdorferinnen war die Nutzung der „Alten Ziegelei“ als Flüchtlingsunterkunft 2016. Regulärer Trainingsbetrieb war damals nicht möglich, so dass sich viele Turnerinnen andere Vereine suchten oder die Sportart wechselten. Nach einem kompletten Neuaufbau will Christina Schröder nun möglichst viele Talente an das Wettkampf-Turnen heranführen. (hm)


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