Sebastain Pähler übernimmt den Vorsitz >

Eine Gemeinschaft mit großem sozialem Engagement

kfd Avenwedde wird in diesem Tagen 100 Jahre alt / Großer Familiensonntag zum Jubiläum am 12. Mai


Keimzelle: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der kfd Avenwedde sorgen für Leben im Verein und freuen sich schon auf die Jubiläumsfeier am 12. Mai. Foto: Fräulein Blomberg

Nur ein Jahr nach Beendigung des Ersten Weltkrieges im Jahre 1919 und fünf Jahre nach der Gründung der Herz-Jesu-Gemeinde in Avenwedde kam es im Ort zur Konstituierung des „Vereins christlicher Frauen und Mütter“, dem Vorläufer der heutigen katholischen Frauengemeinschaft, kurz kfd. Die feiert damit in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der große Familiensonntag am Muttertag, 12. Mai, auf dem Hof Westerfelhaus mitten in Bonewie.

Der runde „Geburtstag“ ist aber auch ein Anlass, zurückzublicken, denn aus der ersten religiösen Bewegung ist heute ein 400 Mitglieder starker Verein geworden, der die damals postulierten Ziele der Gründerinnen, „die Bildung der Frauen für ihre Aufgaben in Ehe, Familie, Kirche, Staat und Gesellschaft, die Mitarbeit im gesellschafts- und staatspolitischen Leben“ in modernem Sinne fortschreibt.

Die Geschichte der Frauengemeinschaften insgesamt reicht sogar noch weiter zurück. 1856 entstanden in Deutschland die ersten Gemeinschaften, in denen sich verantwortungsbewusste, religiöse Frauen für den Erhalt christlich geprägter Gemeinschafts- und Gemeindearbeit einsetzen. Ihre Arbeit beinhaltet die Mitarbeit in der Pfarrgemeinde ebenso wie die in der Weltkirche und Gesellschaft. Aus dem anfänglich von den Gründerinnen gewählten Namen „Mütterverein“ wurde in den 1960iger Jahren der Name „Katholische Frauengemeinschaft“, in der sich auch alleinstehende und alleinerziehende Frauen angenommen und aufgehoben wissen. Die kfd Deutschlands ist mit rund 450.000 Mitgliedern der größte Frauenverband und der größte katholische Verband Deutschlands.

In Avenwedde war es nach dem Krieg die Soldatenwitwe Christine Fortkord, die mit Vikar Ernst Bachmann einen völligen Neuanfang wagte und mit Präses Theodor Gülker die Gemeinschaftsarbeit wiederbelebte. Präses Karl Hoffmann konnte 1972 Mechtild Stickling für das Vorstandsamt gewinnen. Ihr gelang eine zeitgemäße Vereinsverjüngung. Mit Elisabeth Seeger und Elisabeth Deppe bewirkte sie eine Umstrukturierung des Vorstands, forcierte Teamarbeit und ging zukunftsweisend die veränderten Mitgliedsforderungen an. Im Februar 1977 übernahm Renate Westerfelhaus den Vorsitz der Gemeinschaft. Mit der zweiten Vorsitzenden Elisabeth Seeger, die bis 1985 im Amt war, konnte die Vereinsarbeit durch Kontakte und Begegnungen im Miteinander der Generationen zeitgemäß und aktuell gestaltet werden. Cilly Gaisendrees verwaltete die Kasse und Renate Reckersdrees besetzte den Posten der Schriftführerin. Die Veranstaltungen für die kreative Fortbildung war Aufgabe von Marianne Flötotto, danach führte dieses Ressort Annette Bastubbe. Das jährliche Bildungsprogramm wurde im Team erarbeitet. Von 1989 bis 2019 war Kathrin Christophliemke als zweite Vorsitzende im Vorstand aktiv, ebenso Brigitte Pohlmann als Schriftführerin und Anita Voßhans als Geschäftsführerin. Von 2008 bis 2019 waren Beate Mertens mit Margit Tegelmann die Reiseleiterinnen. Elisabeth Sieker-Vollmer ist für die Nähkurse verantwortlich und Edith Heerlein für die Kreativ- und Gesundheitsseminare. Sandra Godau komplettiert bis 2019 den Vorstand als Vertreterin der „jüngeren Generation“.

Im Jubiläumsjahr 2019 wurde am 20. Februar auf der Jahreshauptversammlung ein neues Führungsteam gewählt. Zur Kassenführerin wählte die Versammlung Martina Westerbarkey und zur Schriftführerin Stephanie Remmert. Anja Brieden wird Sprecherin des Leitungsteams. Dieses ist besetzt mit Sandra Godau, Sandra Kleinekathöfer, Angelika Venjakob und Petra Remmert. Edith Heerlein ist für den Mitarbeiterinnenkreis verantwortlich und Renate Westerfelhaus und Beate Mertens sind als Beisitzerinnen für die nächsten zwei Jahre im Team unterstützend dabei. Berufenes Mitglied im Vorstand ist als Präses Eva Maria Dierkes.

Für die kfd ist der Begriff Gemeinschaft eine Verpflichtung. In ihr finden sich Frauen, die einander helfen, sich ermutigen, und wechselseitig unterstützen. Sie versteht sich als Weggemeinschaft in der Kirche, in der Frauen ihren Glauben neu entdecken und Kirche mitgestalten. Ihre gesellschaftliche Aufgabe sieht sie in der christlich geprägten Gruppenarbeit. Die Verantwortung und Mitgestaltung der Aufgaben, die es in Familie, Berufswelt, Gesellschaft und im Staat zu erfüllen gilt, ist ihr Ziel.

Die dazu notwendigen Perspektiven hatten und haben in der Avenwedder Frauengemeinschaft Priorität. Das individuell erarbeitete Jahresprogramm berücksichtigt Bildungsstand, Lebensraum, Alter und Lebenszielsetzung gleichgewichtig. Die Umsetzung des vielseitig ausgerichteten Programms ruht auf den Schultern der Mitarbeiterinnen. Ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement knüpft Verbindungen und hält den lebendigen Kontakt zur Basis. Aktuell sind es 26 Mitarbeiterinnen, die in ihren Bezirken den Kontakt zu den Mitgliedern halten.

Gottesdienste, Wallfahrten, Besinnungstage, meditative Abendwanderungen, ökumenische Begegnungen, Maiandachten und Seminare ermutigen Frauen zu Glaubensgesprächen und Glaubenspraxen. Die theologischen Veranstaltungen wurden in den vergangenen Jahren vorbereitet und gestaltet von Elisabeth Deppe, Renate Flötotto, Annemarie Müther (+), Ursula Tigges, Käthe Hagenlüke (+) und bis 2019 von Anita Voßhans.

Der kontinuierlich erweiterten Freizeit setzt die kfd eine weitreichende Fortbildung entgegen. So fanden beispielsweise Pilger- und Erlebnisreisen nach Rom, Lourdes, und Israel, sowie Exkursionen nach Ungarn, Norwegen, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und natürlich in deutsche Regionen stets hohen Zuspruch. Sie ermöglichen das Kennenlernen und fördern Gemeinschaftserleben und Freundschaften. Seit 1980, der ersten Mehrtagesreise zum Passionsspiel in Oberammergau, wurden diese Fahrten geplant und organisiert von der jeweiligen Reiseleitung. Renate Westerfelhaus, Martha Altenkort, Marlies Hertel, Renate Felderhoff und Maria Schüttforth. Beate Mertens und Margrit Tegelmann sind seit 2008 im Vorstandsteam für Mehrtagesfahrten, Ausflüge und Werksbesichtigungen verantwortlich. 

Feste und Feiern der Gemeinschaft wie der Pfarrgemeinde werden (mit)gestaltet und geprägt und belegen, dass Frauen neben ihrem unermüdlichen Engagement der Freude noch weiten Raum geben können. Unvergessen sind die Karnevalsveranstaltungen, die erwachsen sind aus dem jährlichen „Mütterkaffee“, dem Jahresfest im November am Elisabeth-Tag. Der kfd-Karneval war bis weit über die Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Bis zu vier ausverkauften Veranstaltungen vor je 220 Zuschauerinnen mit ca. 100 Mitwirkenden aus den eigenen Reihen brachten Freude und Frohsinn in den Saal der Gaststätte Michelswirth. Bis 1990 verantwortlich gestaltet von Renate Westerfelhaus; danach ebenso erfolgreich von Ute Blomberg mit ihrem Team. Weil keine geeignete Lokalität mehr zur Verfügung steht, musste auf diese beliebten Veranstaltungen verzichtet werden.

Die Laienspielschar, die 1949 zum ersten Mal beim Jahresfest auftrat, studiert in regelmäßigen Abständen Theaterstücke ein, die weit über die Kreisgrenzen Beachtung finden. Stücke in plattdeutscher Sprache werden zur Freude des Publikums lustig und deftig von den Spielerinnen gekonnt und zünftig in Szene gesetzt. Die Frauen der ersten Stunde waren Änne Brummel, Änne Johannhörster, Hedwig Beckers und Hedwig Venjakob. Unvergessen ist Annemarie Müther, die mit Elisabeth Heidenfelder in zahlreichen Stücken ihr schauspielerisches Talent auf der Bühne bewies. Zum Stammensemble gehören auch Irmgard Kampe, Brigitte Pohlmann, Angelika Venjakob, Rita Wittenstein, Sandra Godau, Kathrin Schüttforth und Gaby Heublein.

In Näh-, Bastel-, Koch- und Werkkursen begegnen sich alle Altersgruppen. Für immer neue und attraktive Angeboten waren verantwortlich: Elisabeth Wittenstein, Hedwig Simon, Marianne Flötotto, Annette Bastubbe und Renate Knieper. Jetzt ist es Edith Heerlein, die auch auf dem Sektor des Gesundheitswesens viele Angebote erarbeitet. Musik, Bewegung und Tanz sind Motivation im Tanzkreis mit Waltraut Biermann, der sich wöchentlich seit 2011 mit Freude in geselligen Tänzen übt. Mit dem „fröhlichen Tanzkreis“ der Erlöserkirche findet einmal im Jahr eine ökumenische Tanzfreizeit statt, die angefüllt mit kulturellen Unternehmungen viel Freude und Spaß in einer guten Gemeinschaft bringen.

Von 1984 bis 2013 bestand eine Wandergruppe, vier Mal im Jahr ihre Wanderschuhe schnürte. Nun ist es eine Gruppe jüngerer Frauen um Sandra Godau und Sandra Kleinekathöfer, die zu Wanderungen zwei Mal im Jahr einladen. Die Zweitages-Fahrradtouren in die nähere Heimat sind seit 1982 fester Bestandteil im Jahresprogramm.

Seit über 30 Jahren fühlt sich zur Freude der Gemeindemitglieder eine Kreativ-Gruppe für den Blumenschmuck der Herz-Jesu-Kirche verantwortlich. Nach Gertrud Esken ist seit einigen Jahren Birgit Sellmann verantwortlich für diesen Kreis.

An der Herausgabe von zwei Kochbüchern, die der umfangreichen Recherche von Mechtild Stickling(+) zu verdanken sind, beteiligten sich unzählige Frauen der Gemeinschaft. Sie gaben mit der 1o2-jährigen Maria Großekathöfer, ein Mitglied der ersten Stunde, erprobte Rezepte zur Veröffentlichung preis und sorgten so für den Erhalt altherkömmlicher und traditioneller Familiengerichte.

Anfang 1976 wurde ein Handarbeitskreis gegründet. Ziel war es, für eine gute Sache zu arbeiten. Unter der Leitung von Agnes Barkey, Hedwig Wittenstein, Erna Landwehrjohann und 20 bis 25 kreativen Mitarbeiterinnen entstanden kostbare Handarbeiten, die auf dem Weihnachtsbasar verkauft wurden. Bis zum Jahre 2007 konnte diese fleißige Gruppe den stolzen Betrag von 102.500 Euro erwirtschaften und damit die Gemeindeschwestern, die Kirchengemeinde und soziale Einrichtungen unterstützen.

Dieses soziale Engagement war Ideengeber für die Ausrichtung des alle zwei Jahre stattfindenden Adventsmarktes, der seit 1998 bis 2016 zehn Mal auf dem Hof Westerfelhaus Anziehungspunkt im vorweihnachtlichen Geschehen für Jung und Alt war. Viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen waren für ein Gelingen schon Monate vorher und am ersten Adventswochenende unermüdlich im Einsatz. Der erzielte Reingewinn der vergangenen zehn Märkte von über 200.000 Euro wurde ausnahmslos an soziale und karitative Einrichtungen gestiftet.


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