Riesenerfolge für Avenwedder Orchester  >

Ganz spontan zum Königstitel

Burkhard Sagemüller ist der lachende Dritte beim Duell von Wolfgang Franz und Bernhard Reker um die Regenten-Würde der Avenwedder Hubertus-Schützen


Überraschungssieger: Burkhard Sagemüller (2.v.l.) trat erst spät in den Wettkampf um die Königswürde der Avenwedder St. Hubertus-Schützenbruderschaft ein, hatte am Ende aber die Nase vorn. Mit ihm freute sich auch Wolfgang Franz (r.), der sich zuvor ein langes Duell mit Bernhard Reker geliefert hatte. Foto: Henrik Martinschledde

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – so kurz und bündig lässt sich der Ausgang des Vogelschießens beim Schützenfest der St. Hubertus-Bruderschaft Avenwedde-Friedrichsdorf am Pfingstmontag umschreiben. Der „Dritte“ war in diesem Fall der neue König Burkhard Sagemüller. Gut eineinhalb Stunden hatten Wolfgang Franz und Bernhard Reker versucht, das „Federvieh“ quasi im Duell zu „erlegen“, dann trat der 55-Jährige in den Wettstreit ein, gab im Wechsel mit den beiden insgesamt noch drei Schuss ab und der letzte davon – es war der 269. – gab dem Adler den Rest. Um 14.12 Uhr hatte die Bruderschaft einen neuen Regenten.

„Die beiden schienen irgendwie nicht voranzukommen, da hab‘ ich mitgemacht“, schmunzelte der Maschinenbauingenieur kurze Zeit später im Festzelt. Und wirklich: Bernhard Reker („Das muss doch jetzt klappen!“) raufte sich zwischenzeitlich die Haare. Für ihn wäre es 30 Jahre nach seiner ersten Regentschaft die Kaiserwürde gewesen. Dabei hatte der Tag so gut für ihn begonnen. Am Morgen hatte ihm der stellvertretende Vorsitzende des Gütersloher Schützenkreises Winfried Goswin im Namen des Westfälischen Schützenbundes die hohe Auszeichnung „Westfalen-Stern an der Lippischen Rose“ für sein ehrenamtliches Engagement (u.a. 30 Jahre Vorsitzender des Hubertus-Schießclubs) verliehen. Aber die Kaiserkrone gab es eben nicht. Eine Wette soll dabei auch eine Rolle gespielt haben. Sandra Reckersdrees und der spätere König hatten abgemacht, dass, wenn sie bis zum Montag sieben neue Mitglieder gewinnt, er auf den Vogel zielt. Das ist ihr gelungen.

Aber zurück zum Vogelschießen: Bevor Burkhard Sagemüller erst dem Wetteinsatz nachkam und dann auch noch den Thron erklomm, wurde der Vogel erstmal die Insignien los. Der Apfel ging an Hendrik Hamm (68. Schuss), das Zepter an Peter Conrad (92.) und die Krone an Sebastian Sagemüller (93.). Den linken Flügel schnappte sich wiederum Conrad (150.) und die rechte Schwinge Wolfgang Franz (163.). Damit erwies sich der Adler dieses Mal als recht widerspenstig. Martin Kleinebrummel war vor einem Jahr schon nach 130 Schuss König.

Regieren wird Sagemüller die Hubertus-Schützen zusammen mit seiner Frau Marita (53), die im Vereinsvorstand als 2. Schriftführerin arbeitet. Das Paar aus Avenwedde hat einen erwachsenen Sohn und auch der trug sich am Pfingstwochenende in die Vereinsgeschichte ein. Beim Vogelschießen der Jungschützen sicherte sich Christian Sagemüller (18) mit der Krone eine der Insignien. Die Nase vorn hatte hier am Sonntag Marvin Kuttig. Der 21-jährige Klempner schoss nicht nur den Apfel aus den Fängen des Greifs, sondern machte die Sache mit dem 154. Schuss auch ganz perfekt. Er regiert zusammen mit der 18-jährigen Abiturientin Sarah Rodermund. Die dritte Insignie, das Zepter, ging an Jens Stickling. Zu Gefolge des neuen Jungschützenpaares gehören gehören Alicia Wiemann und Alex Tom Wickern, Sina Nötzel und Manuel Stickling, Lena Peitz und Sebastian Kammertöns sowieMaray Füchtenhans und Moritz Hünnemann. Als Adjutanten fungieren Jonas Bertz und Christian Heublein.

Mit dem spontanen Königsschuss von Burkhard Sagemüller und der Präsentation des neuen Throns am Abend auf dem Meierhof Avenwedde gegenüber vom Festplatz gingen am Abend des letzten der drei rauschende Schützenfesttage zu Ende. Wobei – stimmen tut das nicht ganz, denn gefeiert wurde im Festzelt natürlich bis in die frühen (Dienstag-)Morgenstunden.

Der erste Titel des Festreigens ging übrigens an die amtierende Spexarder Königin Anja Toppmüöler, die auch in Avenwedde Mitglied ist. Sie wurde die neue „Miss Huberta“. Und natürlich kamen während der drei Tage „Am alten Schützenplatz“ auch die Ehrungen nicht zu kurz, denn das Schützenfest ist traditionell ein guter Rahmen, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Stefan Wellerdiek, stellvertretender Bezirksbundesmeister, verlieh im Namen des Bundes Historischer Deutscher Schützenbruderschaften den „Hohen Bruderschaftsorden“ an Birgit Dreisilker und Udo Hagenlüke. Das Silberne Verdienstkreuz bekamen Reinhild Kastrup, Torsten Jäger und Mark Lienenlüke. Der Avenwedder Brudermeister dagegen heftete Christoph Böker, der neue Jungschützenkönig Marvin Kuttig und Jan-Eike Niggeweg, den Hubertusorden, die höchste Auszeichnung des Vereins, ans Revers. (hm)


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