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Im Bahnhofs-Viertel soll sich etwas tun

Umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt / Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität in Avenwedde-Bahnhof ist das Ziel


Schwerpunkte der AG: Das hohe Verkehrsaufkommen beschäftigt die Avenwedder Interessenvertreter genauso wie die Verhinderung weiterer großer Werbeflächen, wie hier im Hintergrund am Kreisverkehr an der Christuskirche. Foto: Henrik Martinschledde

Nach der erfolgreichen Bürgerversammlung im Juni zur Gestaltung des Stadtteils und Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität, hat die Arbeitsgemeinschaft-Stadtteilgestaltung einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erstellt. Nach mehreren Gesprächen mit dem Fachbereich Stadtplanung und Politikern ist sie nun zuversichtlich, dass im kommenden Jahr konkrete Maßnahmen folgen werden.

Die, seit Anfang des Jahres fehlende, Hausarztpraxis könnte bald neu auf dem Gelände zwischen Kreisverkehr und Dompfaffenstraße entstehen. Es fehlen noch die Vertragsunterschriften, dann kann die Feinabstimmung zur Lage, Größe und Gestaltung des Gebäudes und Umfeldes erfolgen. Alle hoffen sehr, dass die Praxis Torwinski und Wischerhoff bald ihre Patienten wieder vor Ort versorgen wird. Bis es soweit ist versucht die Apotheke im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Patienten weiter zu unterstützen. Auch die Idee eines Fahrdienstes bleibt im Gespräch.

Der Ortsteil leidet sehr unter dem hohen und lauten Durchgangsverkehr auf der Isselhorster- und Friedrichsdorfer Straße. Weil es sich hier um Kreisstraßen handelt liegt die Zuständigkeit bei der Bezirksregierung. Es ist rechtlich schwierig, auf Geschwindigkeitsbegrenzungen, Straßenverengungen oder Maßnahmen, die den Verkehrsfluss einschränken, Einfluss zu nehmen. Die Einrichtung einer gesamten Tempo-30-Strecke von der Unterführung bis zu den Kreisverkehren lehnt die Stadtverwaltung aus rechtlichen Gründen ab. Deshalb wird jetzt versucht, Geschwindigkeitsbegrenzungen in den vier Abschnitten einzurichten, in denen Fußgänger und Radfahrer besonders gefährdet sind: Im Bahnhofsbereich sind die Straßenüberquerungen zu den Zügen besonders heikel. Verkehrsplaner Michael Wewer (Fachbereich Stadtplanung) schlägt vor, zwischen Bahnhof und dem Park&Ride-Platz eine Querungshilfe einzubauen, was sehr begrüßt wird. Bis es so weit ist wird ein Tempo-30-Abschnitt gefordert, der mit wenigen Schildern und Markierungen schnell und preiswert umgesetzt werden könnte. Zur Einschätzung und Einleitung weiterer sinnvoller Maßnahmen wollen die Stadtplaner zeitnah die Verkehrssituation rund um den Bahnhof filmen und auswerten.

Auch im Straßenabschnitt (IV) vom Elli-Markt bis zur Auerhahnstraße sind besonders Kinder auf ihrem Schulweg und zum Kindergarten, sowie Radfahrer durch viele Kurzparker (Eisdiele) und durch große LKWs (Betriebseinfahrten auf beiden Straßenseiten) besonders gefährdet.

Die Vorschläge zu Verschönerungen im Stadtteil betreffen weitgehend Bereiche, die in privatem Besitz sind. Die AG erhofft sich einen von der Stadt geförderten Stadtteil-Fond, aus dem kleinere Vorhaben, z. B. begrünte Einfassungen von Stellflächen, finanziert werden und über den die AG unbürokratisch verfügen kann. Der Baum- und Strauchbestand um den Denkmalsgarten am Bahnhof soll ausgelichtet und zum Bahnhof mehr geöffnet werden.

Die Genehmigung weiterer großformatiger Werbetafeln soll eine Werbesatzung verhindern. Der Fachbereich Stadtplanung wurde gebeten, dies auf den Weg zu bringen. Ebenso wurden der noch fehlende Ortskern (ein „Platz zum Verweilen“) und mögliche Auswirkungen des Einzelhandelskonzeptes auf den Stadtteil thematisiert. „Wir wünschen uns eine (Über-) Planung des Stadtteils und keine Veränderungen, die maßgeblich von Investoren unter monetären Gesichtspunkten bestimmt werden“, betonen die AG-Mitglieder Wolfgang Stitz, Jürgen Schmitz, Edith Enners, Dorothee Antony, Nawal El Shamsy, Günter Strothotte, Ingo Achtelik, Jürgen Siekmann und Dieter Schluckebier.

Zu den unhaltbaren Zuständen am Bahndamm und den Aufgängen zu den Bahngleisen gibt es umfangreiche Verbesserungsvorschläge mit dringenden Maßnahmen, die die Sauberkeit erhöhen und den Vandalismus reduzieren und zu mehr Fahrgastzahlen führen sollen.

Nachdem die Deutsche Bahn Anfang des Jahres noch angedeutet hat, hier den Haltepunkt eher zu schließen als darin zu investieren, gibt es nach Gesprächen mit dem Verkehrsverbund VVOWL Anzeichen, Verbesserungen durchzuführen: Die Stadtplaner haben sich dazu mit dem zuständigen Bahnhofsmanager Michael Novosad verabredet.

Als nächsten Schritt will das Planungsamt die Vorschläge aus der Bürgerversammlung prüfen und in die Fortschreibung des Städtebaulichen Rahmenplans (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) einfließen lassen. Die AG-ler haben Dr. Zirbel gebeten, die Entwicklungsmöglichkeiten zeitnah in einer Bürgerversammlung vorzustellen – möglichst noch von ihm selbst vor seinem baldigen Ruhestand.

Der Maßnahmenkatalog, ausführliche Darstellungen sowie Informationen zu aktuellen Entwicklungen und zur Mitarbeit können eingesehen bzw. abgerufen werden unter: www.bahnhof-avenwedde.de/bahnhof/buergerinitativen/ag-stadtteilgestaltung-av-bhf/


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