Im Bahnhofs-Viertel soll sich etwas tun >

Nach 43 Jahre ist Schluss

Avenwedder Löschzugführer Winfried Kroll übergibt sein Amt am 1. Februar an Dennis Kiunke


Generationswechsel: Im Rahmen der kommenden Jahreshauptversammlung wird Winfried Kroll (l.) die Führung des Avenwedder Feuerwehrlöschzuges an Dennis Kiunke übergeben. Foto: Henrik Martinschledde

Bei den Avenwedder Blauröcken geht am 1. Februar eine Ära zu Ende. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wird Löschzugführer Winfried Kroll das Amt und die Verantwortung an seinen bisherigen Stellvertreter Dennis Kiunke übergeben – nach dann 26 Jahren an der Spitze der ehrenamtlichen Wehr in Bonewie. So eine Ausdauer können nur wenige seiner Kollegen im Land vorweisen.

Die reicht zusammengefasst noch weiter, denn der 60-jährige Konditormeister aus Avenwedde ist natürlich nicht sofort als Löschzugführer eingestiegen. Seine Vita in Sachen Brandbekämpfung begann schon deutlich früher und zwar 1975. Das macht unterm Strich 43 Jahre ehrenamtliches Engagement für die Menschen im Ort und darüber hinaus.

Diese Karriere war ihm irgendwie zwar nicht in die Wiege, aber doch ins Kinderbett gelegt worden. Als er neun Jahre alt war, übernahm sein Vater Alois das Amt des Gerätewartes der Avenwedder Wehr. Von da an wohnte die Familie in einer Dienstwohnung direkt im Gerätehaus. „Ich bin quasi mit den großen, roten Autos aufgewachsen“, schmunzelt Winfried Kroll. Zunächst ging es für ihn aber nicht um Spritzen und anderes Löschgerät, sondern um Musik. Die erste Station war der nämlich Spielmannszug. Mit 17 wechselte er dann aber in die Wehr. Seine Motivation hat er schnell erklärt: „Zum einen faszinieren mich die Technik und die großen Maschinen, zum anderen ist den Menschen zu helfen eine sinnvolle und wichtige Aufgabe, die befriedigt.“ Das war für ihn als einfacher Feuerwehrmann so und ist es auch heute als Stadtbrandinspektor noch. Diese Maxime hat er auch quasi weitervererbt, denn seine beiden Söhne Marcel 823) und Dominik (25) sind ebenfalls im Avenwedder Löschzug.

Eigentlich hätte Winfried Kroll sogar noch weitermanchen können. Statt wie bisher, geht es nach einer Änderung des Landesfeuerwehr-Gesetzes nicht mehr automatisch mit 60 in die Altersabteilung. Vielmehr ist das Ausscheiden nun ans Renteneintrittsalter gekoppelt. „Aber als die Novelle kam, hatten wir die Nachfolge schon lange geregelt. Da wollte ich keinen Rückzieher mehr machen“, schildert Kroll, der auch nicht mehr als Feuerwehrmann weiter macht: „Wenn ich als ehemaliger Chef beim Einsatz im Wagen hinter den Kameraden sitze, gucken die doch alle zu mir nach hinten und nicht zum Einsatzleiter. Das funktioniert einfach nicht.“

In den 43 Jahren im Löschzug hat sich natürlich viel verändert. Die Technik sei viel aufwendiger geworden, schildert Kroll, es gäbe viel mehr Verkehrsunfälle und Fehlalarme durch Rauchmelder, aber eines kommt heute kaum bis gar nicht mehr vor: „Vor 20, 30 Jahren sind wir noch zwei- bis dreimal im Jahr zu einem Großbrand auf einem Bauernhof ausgerückt. Immer weniger Höfe bedeuten eben auch immer weniger Brände auf Höfen.“ Zugenommen habe dagegen vor allen Dingen eines, nämlich die Bürokratie.

Zu Krolls Nachfolger haben die aktuell 48 Avenwedder Blauröcke den stellvertretenden Löschzugführer Dennis Kiunke (37) gewählt. Der vierfache Familienvater aus Bonewie ist ebenso wie sein scheidender Chef Feuerwehrmann durch und durch. Mit zwölf trat er in die Jugendfeuerwehr ein machte das später auch zu seinem Beruf. Während der Brandoberinspektor beim hiesigen Löschzug ehrenamtlich tätig ist, arbeitet er hauptberuflich als Lagedienstführer in der Gütersloher Feuerwehr-Leitstelle. Kiunke freut sich schon auf seine neue Aufgabe, „denn von Winfried übernehme ich einen sehr gut aufgestellten Löschzug“.

In Kiunkes Fußstapfen als einer der beiden Stellvertreter tritt im Feburar Mark Sander (44), während Maik Buchholz (46) weiterhin als „Vize“ arbeitet.

(hm)


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