Winterzauber für den guten Zweck >

Wie das Bauernhaus an die Lukasstraße kam

Vor 25 Jahren wurde der Treffpunkt in Spexard eingeweiht


Das Spexarder Bauernhaus im Winter.

Das Spexarder Bauernhaus im Winter.

Das Spexarder Bauernhaus gehört seit 1995 Jahren zum Ortsteil und ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. Mit rund 400 Veranstaltungen trägt es zum kulturellen Leben und zur wichtigen Arbeit der Vereine nicht nur aus Spexard bei.
Die Geschichte als Bürgerhaus für Spexard geht bis in das Jahr 1988 zurück. Die unscheinbare Zeitungsanzeige vom 27.Februar 1988 brachte die Umsetzung ins Rollen. „200 Jahre altes Bauernfachwerkhaus mit großem Eichenmassivholzanteil zum Ausschlachten zu verkaufen“, hieß es in einer Gütersloher Tageszeitung. Das war die Initialzündung mit weitreichender Wirkung. Beim Leiter des Planungsamtes der Stadt Gütersloh, Michael Stojan, ließ dieses Inserat alle Alarmglocken schrillen. Der studierte Denkmalpfleger spürte gleich den historischen Wert des Haupthauses der Familie Coesfeld am Berensweg.
Als die Bürger von Spexard sich noch auf die 900-Jahr-Feier konzentrierten, legte das Westfälische Amt für Denkmalpflege in Münster ein erstes Gutachten vor. Der mächtige Zweiständerbau hat in seiner heutigen Dimension bereits um 1600 gestanden und vergleichbare Häuser dieses Alters findet man in Gütersloh als komplett erhaltenes Hofhaus nicht mehr. Das Bauernhaus Meier to Berens ist eines der letzten Zeugnisse der bäuerlichen Vergangenheit in Spexard.
Die Stadt Gütersloh kaufte das Gebäude 1990. Der Heimatverein Spexard hatte bereits 1989 großes Interesse an Erhalt und Nutzung des Hauses für die Spexarder Heimatarbeit angemeldet. Am 12. Dezember 1990 wurde der Freundeskreis Spexarder Bauernhaus gegründet. 60 Anwesende der Spexarder Vereine wählten einen 16-köpfigen Vorstand unter dem Vorsitz von Werner Stüker.
Der Freundeskreis war sich mit der Stadtverwaltung schnell einig, dass der Standort an der Helmholtzstraße aus städtebaulichen Gründen nicht zu halten sei. Ein neuer Standort musste gesucht und das Gebäude abgetragen und wieder aufgebaut werden. Nachdem alle Vorbehalte aus den Weg geräumt waren und der Heimatverein Spexard die Trägerschaft übernehme würde, entschied sich der Rat im September 1992 für eine Translozierung auf den Festplatz an der Lukasstraße.
Die ersten Abbauarbeiten begannen am 26. August 1993. Der Architekt Rolf Hurlbrink aus Rheda-Wiedenbrück bekam den Zuschlag. Drei Tage später lud der Freundeskreis Spexarder Bauernhaus die Bürger am 29. August 1993 zu einem Tag der offenen Tür ein, um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, ein letztes Mal das Bauernhaus im Urzustand zu besichtigen.
Die Demontage erfolgte durch den Zimmermeister Heiner Gerken. Der Spezialist für Fachwerksanierung brauchte anderthalb Wochen für die Demontage des Hauses. Die ersten Arbeiten am neuen Standort an der Lukasstraße erfolgten im November 1993. Das Richtfest wurde am 22. April 1994 gefeiert. Der größte Tag für das im neuen Glanz erstrahlende älteste Haus von Gütersloh war dann der 21. Januar 1995. Das Fachwerkhaus wurde mit 300 Gästen offiziell eingeweiht. Die Baukosten betrugen 2,29 Millionen Mark. Die Bürgermeisterin Maria Unger und Joachim Westermann, der Staatssekretär im Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr, waren zu Gast. Die Spexarder Vereine zogen an Abend ein. Am drauffolgenden Sonntag stand der Bevölkerung das Haus im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ offen.
Der Heimatverein Spexard wurde Träger des Hauses und Hanspeter Liman der erste Hausmeister, der 2010 durch Manfred Stöhr ersetzt wurde. Der Vorplatz vor dem Bauernhaus erhielt nach dem Schützenfest 2007 ein neues Gesicht. Die gesamte Fläche zwischen dem Parkplatz der Sporthalle und dem Deelentor wurde befestigt. Die Schützenbruderschaft St. Hubertus ging 2009 unter die Bauherren und schuf in Eigenleistung die Remise am Bauernhaus, die den alten Lagerschuppen als Lagerraum ablöste. In nur fünf Monaten Bauzeit und rund 1.800 Stunden wurde das Bauwerk erstellt. Die Segnung der Remise nahm Präses Michael Karsten am 3. Juli 2009 vor.
Vor dem Jubiläum wurde das Spexarder Bauernhaus renoviert. Eine neue Lichtanlage wurde installiert und ein frischer Anstrich wurde aufgetragen. Die Küche wurde erneuert.

Text und Foto: Markus Schumacher


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