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Kantate aus dem Dornröschenschlaf geweckt

15. Friedrichsdorfer Epiphaniaskonzert (dieses Mal) in Avenwedde


Duett: Alina Palus und Florian Hokamp sangen im Rahmen des Epiphanias-Konzerts unter anderem das Lied „Nun verschwinden alle Plagen“.

Seit 30 Jahren werden von Kantor Rainer Timmermann alle zwei Jahre in Friedrichsdorf Konzerte am 6. Januar organisiert. In diesem Jahr stand in der Avenwedder St. Marien-Kirche (wegen der Renovierung von St. Friedrich) das Epiphaniaslied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ im Mittelpunkt.

Die Melodie veränderte sich in seiner Geschichte sehr stark. Im Chorsatz von Christoph Graupner klingt sie sehr archaisch mit einer filigranen Oberstimme, bei Bach wird der Rhythmus egalisiert und für den Text „Zwingt die Saiten in Cythara“ die Melodie verziert. Peter Cornelius verwendet die Melodie als Grundlage für sein berühmtes Lied „Die Könige“, innig vorgetragen von Florian Hokamp. Die Gemeinde stimmte die heute gebräuchliche stark veränderte Gesangbuchfassung an. Gemeinsam und im Wechsel mit den jungen Instrumentalisten präsentierte „RONDO VOCALE“ auch die weiteren „Dreikönigslieder“ ausdrucksstark und in allen Stilfassungen souverän.

Es folgte die Solokantate „Liebster Jesu, mein Verlangen“ von Johann Sebastian Bach. In der gleichnamigen Eröffnungsarie glänzten Alina Palus (Sopran) und Stefanie Kämper (Oboe). Kräftig und zugleich innig dem Text verpflichtet gestalteten die beiden jungen Solistinnen sicher ihre ausschweifenden Cantilenen. Die Solovioline in der Bass-Arie „Hier in meines Vaters Stätte“ spielte überzeugend Léonie Heiler. Als wäre es für sie komponiert, verschmolzen Alina Palus und Florian Hokamp (Bass) gesanglich im darauffolgenden Duett: „Nun verschwinden alle Plagen“.

Und wieder stand wie immer die Wiederaufführung einer vergessenen Kantate auf dem Programm. Der Darmstädter Komponist Christoph Graupner fertigte in seiner 45-jährigen Amtszeit von 1709 bis 1754 laut Wikipedia 1.418 Kantaten an, die unveröffentlicht in der Universitätsbibliothek lagern. Einer nahm sich Kantor Timmermann an und fertigte das Aufführungsmaterial der 1735 datierten Komposition. Bei der Textübertagung war der Sütterlin-Experte Gerhard Langfeld aus Bielefeld behilflich.

Die teils altertümlichen Sprachwendungen der Kantate „Singet dem Herrn ein neues Lied“ wurden jedoch mit der musikalischen Interpretation verständlich. Die knackigen Rezitative (Phillip Tse, Tenor), die Bass-Arie (Florian Hokamp) und die beschwingten Chöre erweckten diese Kantate aus ihrem Dornröschenschlaf und erfreute das Publikum. Applaus und viel Resonanz bestätigten die Leistung des Chores. Eine Bereicherung für das Musikleben in Friedrichsdorf dank der Unterstützung durch die Kath. Kirchengemeinde Friedrichsdorf und den Förderverein für Kirchenmusik. Mit der Zugabe (O du fröhliche) für Gemeindegesang, Chor, Solisten, Orchester und Pauken (Dorothea Belz) floss noch einmal weihnachtlicher Glanz in das Gotteshaus St. Marien.


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